Hornschlitten - Spektakulärer Kufensport

Der Hornschlitten war ursprünglich ein Arbeitsgerät der Bergbauern, die damit ihr Heu ins Tal transportierten oder aber geschlagenes Holz zum Hof beförderten.

Mit der Zeit begann der eine oder andere mit diesem Gerät aus Jux zu Tal zu brausen. So kam es dann Ende der siebziger Jahre dass erste Plauschrennen mit Hornschlitten veranstaltet wurden. Vorreiter waren hier die Österreicher. Bald folgten dann aber auch die Liechtensteiner im Malbun und die Schweizer, in Alt St. Johann.

Kontinuierlich wurden die alten Holzschlitten optimiert, sodass sich diese Plauschrennen mit der Zeit zu einer ernstzunehmenden Sportart entwickelt haben. Heute wird an den Europacuprennen um Hundertstelsekunden gekämpft und auch nur der kleinste Fehler kann das Rennen entscheiden. Diese spektakulären Fights werden jeweils durch einen grossen Zuschaueraufmarsch an den Rennen belohnt. 

 

Über ein Jahrzehnt lang wurde der Europacup und dem Dach der FIL (Internationaler Rennrodelverband) ausgetragen und alle 2 Jahre wurde ein Europameister gekürt. Die Rennen werden vorwiegend in den Alpenländern Österreich, Italien, Deutschland, Slowenien und der Schweiz ausgetragen.

Der Hornschlittensport hat auf die Saison 2013/2014 den Dachverband gewechselt. Neu werden die Europacup-Rennen sowie die Europameisterschaften unter dem Dach der ISSU ausgeführt.

 

Material und Mannschaft

Heute wird mit speziellen, stahlverstärkten Rennschlitten um Hundertstelsekunden gekämpft. Der Schlitten ist beweglich und mit einer Balkenbremse versehen. Alles streng nach dem Reglement der ISSU.

Spitzenplätze können heute nur noch mit optimalem Material erzielt werden. Es wird grossen Wert auf das richtige „Kufen-Tuning“, die richtige Wachs-Mischung  und auf einen optimal auf das Team abgestimmten Schlitten gelegt.

Nicht weniger wichtig als das Material ist das Team. Zu einer guten Saisonvorbereitung gehören etliche Trainings, welche nicht nur die Fahrtechnik, sondern auch denMannschaftsgeist verbessern. Entscheidend ist, dass die Teammitglieder perfekt aufeinander eingespielt sind.

Der Steuermann verfügt über spezielles Schuhwerk, das ein exaktes Führen des Schlittens ermöglicht. Behält er den Schlitten nicht auf der Ideallinie, wird dies entweder mit Zeitverlust oder einem Sturz bestraft.

 

Die Hintermänner sorgen für einen explosiven Start und das rechtzeitige Anbremsen der Schikanen und Kurven. Zudem unterstützen sie den Steuermann mit rechtzeitiger Gewichtsverlagerung beim Lenken des Schlittens.